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OV Isselhorst

Mehr als 850 Unterschriften

ein Signal für den Erhalt von Gemeindehaus und Kindergarten

 

Ermutigung

850 Bürgerinnen und Bürger dokumentieren durch ihre Unterschrift: Ja, Gemeindehaus und Kindergarten sollten erhalten bleiben. Die Initiative fühlt sich ermutigt, sich für diese Alternative zum Raumkonzept des Presbyteriums einzusetzen. Sie beabsichtigt dies in Zusammenarbeit mit dem Presbyterium und weiteren Interessierten gemeinsam zu entwickeln. Sie wird die Unterschriften am 4. März dem Presbyterium, dem Kreiskirchenamt und der Stadtverwaltung überreichen. Bis zum 27. Februar besteht noch die Möglichkeit, auf den bereitgestellten Listen bei Krull, Dreesbeimdieke oder Minuth zu unterschreiben, um die Initiative weiter zu unterstützen.


Gründe: Es sind drei wesentliche, inhaltliche Gründe für die Haltung der Initiative:


1. Es besteht ein Bedarf an den Räumen: Das Gemeindehaus wird vielfältig genutzt. Der Posaunenchor und der Kirchenchor proben hier. Der CVJM lädt zur offenen Jugendarbeit ein, ältere Gemeindemitglieder treffen sich hier, genauso wie die Jungscharkinder. Der Konfirmandenunterricht findet im Gemeindehaus statt und die Jubelkonfirmanden/innen ebenso wie die CVJM Senioren/innen treffen sich hier jährlich, um ihr Jubiläum zu feiern. Die Gütersloher Tafel hat hier ihre Ausgabestelle. Man kann gar nicht alle Veranstaltungen aufzählen, alle sind froh über räumliche Angebote, die ihnen besonders entgegenkommen. Das Gemeindehaus ist das Zentrum ehrenamtlichen Engagements und ein wesentlicher Bestandteil der kirchlichen Arbeit. Es ist so etwas wie ein kulturelles Zentrum des Dorfes. Bei einem Abriss ginge all das verloren.


2. Es gilt das Gebot der Nachhaltigkeit. In der Zeit des Klimawandels gilt die ökologische Verpflichtung in besonderer Weise: Das Gemeindehaus und der Kindergarten sind in Stein, Stahl und Beton gespeicherte (sog. graue) Energie. Die Erweiterung der Gebäude durch einen Zwischenbau ist nicht einmal 20 Jahre alt! Und so etwas fällt der Baggerschaufel zum Opfer? Die Verpflichtung, sorgsam mit den Gütern der Welt umzugehen, gebietet es, Gebäude so lange wie möglich zu nutzen und bei Bedarf zu ertüchtigen. Und zudem bedeutet der Abriss von Gemeindehaus und Kindergarten nicht eine auch rechnerisch nicht darstellbare Vernichtung von Vermögenswerten? Nach derzeitigem Wissensstand sieht die Initiative die Sanierung und Erweiterung des Kindergartens technisch und finanziell für lösbar.


3. Es besteht eine hohe emotionale Bindung an die Gebäude. Das Gemeindehaus verkörpert Geschichte, beide historische Gebäude spiegeln jahrzehntelange Unterstützung von Gemeindemitgliedern durch hohe Spenden an Geld, Arbeit und Zeit. Das Ensemble der historischen Gebäude stiftet Identität.


Zukunftsvision 

Ein neuer Entwurf, gemeinsam entwickelt durch alle beteiligten Personen, ist gefragt.


Zunächst wird eine Zukunftsvision erstellt. Wohin möchte sich die Gemeinde in den nächsten Jahren entwickeln? Wie kann dem Interessensrückgang an der Kirche und den damit verbundenen Austritten entgegengewirkt werden? Ist es klug, sich in den Gestaltungsmöglichkeiten einzuschränken, statt diese besser zu nutzen? Das jetzige Gebäude bietet zahlreiche Chancen, die
Kirchengemeinde wieder in den zentralen Mittelpunkt der Dorfgemeinschaft zu stellen. Der geplante Neubau bietet diese nicht.


Erhalt und Weiterentwicklung 

Zielstellung soll daher sein, das Gebäudeensemble aus Kindergarten und Gemeindehaus mit all seiner vielfältigen Nutzung in der Grundstruktur zu erhalten und zweckdienlich anzupassen. Das derzeit ungenutzte Gelände durch Bebauung zu nutzen, ist sicher eine gute Lösung, um auf diese Weise eine langfristige finanzielle Absicherung der Gemeinde zu erreichen. Die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Gemeinde, z.B. der Bedarf an Altenwohnungen, sind das Kriterium der Gestaltung, nicht die privatwirtschaftlichen Interessen eines Investors an einer Verdichtung auf dem Gelände durch viele neue Wohneinheiten.


Auftaktgespräch

Inzwischen hat es ein erstes Gespräch zwischen Vertretungen des Presbyteriums und der Initiative gegeben. Alle stimmten darin überein: Es geht um das zukünftige Wohl der Gemeinde. Die Gemeinde muss sich auf geringere Finanzmittel einstellen, denn: Die Zahl der Gemeindemitglieder wird sinken, das Kirchensteueraufkommen wird schrumpfen.


Der transparente Haushalt

Das Kirchenrecht bestimmt, dass Gemeindemitglieder das Recht haben, den Haushalt der Gemeinde „einzusehen“. Nach Aussage von Pfarrer Kölsch liegen allerdings immer noch keine vollständigen aktuellen Zahlen vor. Diese sollen die Jahre 2017-2021 abbilden. Das Presbyterium hat zugesagt, diese Zahlen zur Verfügung zu stellen. Diese Zahlen stellen nach Auffassung der Initiative die Basis für ein finanzielles Entwicklungskonzept dar.


Zukunftswerkstatt auf Augenhöhe

Die Initiative begrüßt eine Zukunftswerkstatt. Die anstehenden Veränderungen werden nur auf Akzeptanz stoßen, wenn die Gemeinde die Chance der wirkungsvollen Mitsprache und Teilhabe erhält. Die Zukunftswerkstatt kann dieser Ort der Mitsprache sein, wenn eine wesentliche Bedingung erfüllt wird: Neben dem Raumkonzept des Presbyteriums werden auch alternative Vorschläge diskutiert und im sachlichen Diskurs abgewogen. Es ist nicht einsichtig, dass das Presbyterium ohne umfassende Diskussion entscheidet, worauf die Gemeinde verzichten soll. Damit eine Zukunftswerkstatt gelingen kann, muss das Presbyterium die Bereitschaft signalisieren, sein Gebäudekonzept zu überdenken und ergebnisoffen auf Augenhöhe zu diskutieren.


Die Initiative wird über den ISSELHORSTER regelmäßig über den Fortgang der Gespräche berichten.


Für die Initiative „Demokratische Gemeinde“,
Rudolf u. Renate Bethlehem, Siegfried Bethlehem, Dennis Drewel, Christiane Flöthmann, Siegfried Kornfeld, Felix Krull, Annette Martenvormfelde, Henner Schröder